Mehr als nur Kingsbridge – Das Fundament der Ewigkeit

Die Säulen der kingsbridger Kathedrale bildeten Die Säulen der Erde. Merthins Brücken waren Die Tore der Welt. In Ken Folletts abschließendem Roman der Kingsbridge-Triologie werden nun die Grundlagen für ein England, wie wir es heute kennen gelegt. Das Fundament der Ewigkeit werden erschaffen.
Während Henri VIII. im 15. Jahrhundert alle Klöster Englands schließen ließ, verbrennt seine Tochter Maria „Bloody Mary“ Tudor tausende Protestanten auf dem Scheiterhaufen. Die katholische Kirche herrscht nun wieder in ganz Europa. Doch getrieben von Schicksalsschlägen beschließt der junge Ned Willard, dass sich etwas ändern muss. Kein Mensch soll mehr unter der Kirche leiden müssen. So verlässt er seine Heimat, das florierende Städtchen Kingsbridge, um sich Elisabeth Tudor anzuschließen und ihr auf den Thron zu verhelfen. Als dies gelingt, bricht unter der protestantischen Elisabeth I. im 16. Jahrhundert das elisabethanische Zeitalter an, doch es ist auch ein Zeitalter der Glaubenskriege. Ned Willard wird Mitglied des ersten englischen Geheimdienstes und deckt im Auftrag seiner Majestät Verschwörungen katholischer Fanatiker auf, um Elisabeth um jeden Preis auf dem Thron zu halten.

Wer die ersten beiden Teile der Trilogie gelesen hat wird sich fragen „Was hat das noch mit Kingsbridge zu tun?“. Die Antwort darauf ist: „Erstaunlich wenig!“. Zwar kehrt die Geschichte immer wieder in die Stadt mit der bekannten Kathedrale zurück, und auch die Legende von Jack, Phillip, Martin und Caris wird immer wieder erwähnt, doch Fundament der Ewigkeit erzählt nicht von der Erschaffung eines großen Bauwerkes unter den Häresien eines machtgierigen Bischofs oder Priors. Statt dessen sehen wir Ned dabei zu, wie er Anschläge auf die Königin vereitelt. Zudem bleibt England nicht der einzige Schauplatz der Erzählung. In den vorangegangen Bänden wurden zwar durchaus Abstecher nach Spanien, oder Italien gemacht, doch dieses Mal verschlägt es die

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Ken Follett (© Olivier Favre)

Geschichte auch in die Niederlande, Schottland und mit dem Seefahrer Barney Willard sogar bis nach Afrika. Zudem spielt sich die Geschichte beinahe zur Hälfte in Paris ab. Dort erleben wir den Aufstieg des Betrügers Pierre Aumande, und den Kampf der Protestantin Sylvie Palot für ihren Glauben. Während zu Beginn des Buches alle Handlungsstränge getrennt voneinander verlaufen, verwebt Ken Follett sie auf seine typische Art und Weise, sodass Unterschiede irgendwann nicht mehr vorhanden sind.

Während ich in meiner Rezension zu Tore der Welt noch der Meinung war, dass die Parallelen des Buches zu Säulen der Erde zu groß und offensichtlich waren, bin ich hier beinahe dazu geneigt, dass Gegenteil zu behaupten: Die Gemeinsamkeiten von Fundament der Ewigkeit und den anderen Bänden der Kingsbridge-Reihe sind verschwindend gering. Doch dies ist auf keinen Fall ein Negativpunkt! Die Andersartigkeit von Fundament der Ewigkeit erfrischt, es bietet Abwechslung und der Leser ist gespannt auf den neuen Verlauf der Geschichte. Zudem gelingt es Ken Follett am Ende des Buches den Kreis mit einem kleinen Lächeln zu schließen, welchen er in
Säulen der Erde begonnen hat.

Mehr möchte ich auch nicht verraten, nur so viel: Auch wenn Fundament der Ewigkeit kein typischer Kingsbridge Roman ist, so ist er doch ein typischer Follett Roman. Ein Roman, der jedes Historikerherz höher schlagen lässt. Es ist eine fesselnde Geschichte über Macht, Rache, Tod und Liebe. Es ist eine Geschichte mit schönen, traurigen und epischen Momenten.
Eine Geschichte, die zu lesen sich lohnt.

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