Eiskunstlauf unter freiem Himmel – I, Tonya im Openairkino

Es ist ein lauer Sommerabend und das Ende der Sommerferien rückt näher. Uns ist nach guter Unterhaltung und einem gemütliche Ausklang des Tages. Und wir haben Lust ins Kino zu gehen.

Doch wer ist schon bereit sich bei – für hamburger Verhältnisse – grandiosem Wetter in einen dunklen und stickigen Kinosaal zu begeben? Wir jedenfalls nicht. Zum Glück gibt es eine Alternative.

Und so packen wir unseren Rucksack mit Decken und Getränken, schwingen uns auf unsere Fahrräder und fahren bei dem Licht der untergehenden Sonne Richtung Innenstadt. Im hamburger Schanzenpark angekommen schließen wir unsere Räder an, laufen unter bunt leuchtenden Glühbirnen hindurch und lösen Tickets an der Kasse in einem altmodischen Bauwagen.590

Anschließend suchen wir uns ein Fleckchen auf der großen Wiese, breiten unsere Decken aus und machen es uns gemütlich. Vor uns befindet sich die riesige Kinoleinwand, vor welcher zahlreiche Liegen und Gartenstühle aufgebaut sind. Hinter der Leinwand erhebt sich der rot blinkende Fernsehturm. In unserem Rücken liegt der Schanzenpark mit seinem großen Wasserturm. Der Geruch von frischem Popcorn weht von einer der Buden zu uns herüber während sich die Wiese des Kinos langsam füllt. Alles zusammen ergibt ein sehr stimmiges Gesamtwerk.

Den ganzen Sommer hindurch laufen im Schanzenkino-Open Air alte Filmklassiker, kleine Arthouse Perlen, moderne Blockbuster, oder aktuelle Oscargewinner. Heute läuft ein Streifen der letzten Kategorie: I, Tonya.

Der Film erzählt die tragische Geschichte der Eiskunstläuferin Tonya Harding (Margot Robbie). Bereits mit vier Jahren begann Tonya das Eislaufen, und wurde zu einer der besten Eiskunstläuferin Amerikas. Ihr Privatleben verlief dabei keineswegs erfolgreich. In ihrer Kindheit wurde Tonya von ihrer kettenrauchenden und ständig alkoholisierten Mutter

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LaVona (Allison Janney) tyrannisiert, während ihr späterer Ehemann Jeff (Sebastian Stan) sie regelmäßig schlug und sogar auf sie schoss. Ihre kaputten Lebensverhältnisse äußerten sich auf der Eisbahn häufig durch skandalöses Auftreten, welches ihrem Erfolg ein ums andere Mal im Weg stand. Weltbekannt wurde Tonya schließlich 1994, als sie sich in das Attentat auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan verwickelte.

Der Film zeigt zum einen mit viel Drama und schwarzen Humor die schmutzigsten Seiten des Profisports auf. Zum anderen gibt er uns einen Einblick in eine Person des öffentlichen Lebens, welche durch die Skandalpresse so verunstaltet wurde, dass von dem echten Menschen dahinter kaum noch etwas zu erkennen ist.

I, Tonya ist ein facettenreicher, düsterer aber sehr sehenswerter Streifen, welcher verdient zahlreiche Nominierungen auf den größten Filmfestivals erhielt.

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