Die vier Asse – Der Joker

Die meisten kennen es. Egal ob jung oder alt, egal ob arm oder reich. Früher oder später kommt jeder zu einem Punkt, an dem man aufwacht, auf sein Leben blickt und sich ärgert. Darüber ärgert, dass man noch nichts erreicht hat. Man fängt an sich mit anderen zu vergleichen, darauf zu blicken, wie großartig die Taten der anderen sind, und wie unbedeutend die eigenen. Die meisten kennen das.

So auch Ed Kennedy, der Protagonist in Der Joker von Markus Zusak (Die Bücherdiebin), ausgezeichnet mit dem deutschen Jugendliteraturpreis. Ed Kennedy ist 19 Jahre alt, eigentlich viel zu jung um ein Taxifahrer zu sein. Er ist ein typisches Beispiel für viele der

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Markus Zusak, renomierter Autor von Joker und Bücherdiebin

jungen Männer, denen man in dem provinziellen Außenposten der Großstadt begegnet. Davon abgesehen liest er mehr Bücher, als er sollte, und ist ein ziemlicher Versager in
Sachen Sex und auch in Bezug auf die Steuererklärung. So lautet Eds Selbstreflexion direkt am Anfang des Buches, als er auf dem Boden einer – sich im Raub befindenden – Bank liegt und von dem Bankräuber (ein totaler Versager) mit einer Waffe bedroht wird. So viel zum Einstieg.

Einige Tage später findet Ed eine Botschaft in seinem Briefkasten, genauer gesagt: ein Karo-Ass, mit Adressen beschrieben. Die erste der vier Spielkarten, die beginnen, Ed aus seinem eintönigen und richtungslosen Dasein zu befördern. Eds bisheriges Leben, welches aus einer Bruchbude, einer unglücklichen Liebschaft, einem stinkendem Hund (der Türsteher), und drei mehr oder weniger guten Freunden besteht, nimmt eine höchst denkwürdige Wendung.

Eine Geschichte über Freundschaft, Familie, moralischen Dilemmata, Liebe und den Sinn des Lebens nimmt hier seinen Anfang. Dabei ist es egal, ob fünfzehn oder fünfzig, diese Geschichte zieht einen in ihren Bann, lässt einen lachen und weinen, lässt einen nachdenken, und lässt einen vielleicht Antworten auf Fragen finden.

Für mich persönlich ist Der Joker das beste Buch, welches ich je lesen durfte, und auch wenn es jetzt schon zwei Jahre her ist, dass ich den letzten Satz gelesen habe, und sich seitdem viel in meinem Leben geändert hat, so kehre ich doch immer noch gedanklich zurück zu Ed, und den Spielkarten.

Somit lege ich jedem, aber auch wirklich jedem dieses Buch wärmstens ans Herz, und ich verspreche euch, ihr werdet nicht enttäuscht sein. Denn steckt nicht in jedem von uns auch ein bisschen Ed?

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